Phase 2: Potential

Version 2.2 vom 07.04.18

Hat das Gründungsprojekt das Potenzial, ein Erfolg zu werden?

Startups wollen groß werden. Das Potenzial beschreibt, wie groß das Unternehmen eines Tages werden könnte, wenn alle Pläne in Erfüllung gehen und auch das notwendige Quäntchen Glück dazu kommt.

Das Potenzial eines Startups ist für Investoren von großem Interesse, weil es ihnen hilft, das Startup zu bewerten, denn je größer das Unternehmen, desto wertvoller ist es für einen Käufer. Das Potenzial ist aber auch für staatliche Förderprogramme relevant, denn diese haben den Auftrag, durch die Unterstützung von Startup-Gründungen einen positiven wirtschaftlichen Effekt für das Land zu bewirken. Daraus folgt, dass Gründer das Potenzial ihres Startups bei Pitches vor Investoren oder Vergabegremien überzeugend begründen müssen.

What investors are looking for when they invest in a startup is the possibility that it could become a giant.

Paul Graham

Auf die Größe kommt es an

Das Potenzial unterscheidet Startups von normalen Unternehmensgründungen: Ein frisch gegründeter Sandwich-Laden an der Straßenecke ist kein Startup, ein frisch gegründetes Sandwich-Laden-Franchise wie Subway, das eines Tages mehr als 20.000 Sandwich-Läden in der ganzen Welt unter Vertrag haben soll, dagegen schon.

Es gehen regelmäßig Meldungen durch die Nachrichten, dass in Silicon Valley wieder ein Startup eine millionenschwere Finanzierung erhalten hat oder für einen neunstelligen Betrag oder noch mehr verkauft worden ist. Es ist das große Potenzial dieser Startups, das zu solchen Bewertungen führt.

Manchmal müssen Gründungsinteressierte feststellen, dass ihre Geschäftsidee nicht genügend Potenzial hat, um daraus ein Startup zu machen. Das bedeutet aber nicht, dass ihre Idee schlecht ist oder dass sie nicht gründen sollten – schließlich sind fast alle Unternehmen keine Startups. Wenn sie mit ihrer Idee ein Kundenproblem erfolgreich lösen können kann eine Gründung immer noch sinnvoll und wünschenswert sein.

Was macht das Potenzial aus?

Phase 2 beschäftigt sich mit vier Themen, die das Erfolgspotenzial eines Startups bestimmen.

Um groß werden zu können, muss ein Startup…

  • mit einem einzigartigen, innovativen Angebot,
  • einer großen Zielgruppe,
  • einen bisher noch nie da gewesenen Vorteil liefern.

Darüber hinaus brauchen die Gründer die Fantasie und das Selbstvertrauen, um ein derart ehrgeiziges Ziel sich vorzunehmen.

Die Größe des Marktes bestimmt, wie viel Umsatz bzw. wie viele Nutzer das Startup theoretisch erreichen könnte. Die Stärke der Konkurrenz bestimmt, welchen Anteil des Marktes das Startup für sich gewinnen kann. So war beispielsweise 2016 der Markt für Online-Handel in USA etwa 450 Mrd. $, und Amazon hatte davon etwa 43%.

Die zweite und die dritte Voraussetzung zusammen sind notwendig, damit die Mitglieder der Zielgruppe das Angebot tatsächlich wahrnehmen und kaufen. Ohne Einzigartigkeit ist es schwierig, Aufmerksamkeit zu gewinnen und eine klare Marktposition zu besetzen, und ohne Kundenvorteil gibt es für die Zielgruppe keinen Grund, das Produkt zu wählen. Twitter, Snapchat und Pinterest sind alle Beispiele für innovative Produkte, die ihren Nutzern noch nie dagewesene Möglichkeiten angeboten haben.

Als vierte Voraussetzung für großes Potenzial brauchen die Gründer die Fantasie und das Selbstbewusstsein, um für ihr Startup ein ehrgeiziges Ziel zu wählen und auch zu verfolgen. Die Gründer von Microsoft, Bill Gates und Paul Allen, träumten schon 1978 davon, dass es eines Tages einen Computer auf jedem Schreibtisch und in jeder Wohnung geben würde.

Inhalt von Phase 2

Die vier Kapitel von Phase 2 sind:

  • 2.1 Customer Benefits. Welche Vorteile haben Kunden vom Produkt und wie groß sind diese Vorteile?
  • 2.2 Market Analysis. Wie groß ist der Markt für das Produkt und wie stark ist die Konkurrenz?
  • 2.3 Key Features. Was muss das Produkt unbedingt leisten und worin unterscheidet es sich von den Alternativen?
  • 2.4 Founders’ Vision. Wie sieht die langfristige Vorstellung der Gründer für ihr Unternehmen aus?

Die Marktanalyse (Kapitel 2.2) entspricht der Stufe 2 des Investment Readiness Level (IRL) von Steve Blank.

Kundenvorteile (Kapitel 2.1) und Key Features (Kapitel 2.3) sind wichtige Aspekte von Product-Market-Fit – dem wichtigsten Meilenstein im Leben eines Startups und der Stufe 5 des IRL.

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